Aufbewahrungsort Pößneck, Stadtarchiv, Cm 1
(dazwischen Leipzig, Forschungsinstitut für Rechtsgeschichte, ohne Sign.)
Codex I + 386 Blätter
Beschreibstoff Papier
Inhalt Bl. Ir = Arbor consanguinitatis
Bl. 1-5 = Dietrich von Bocksdorf: 'Sippzahlregeln'
Bl. 6-7 = leer
Bl. 8 = Reimvorrede
Bl. 9-15 = 'Weichbildchronik'
Bl. 16-363 = Schöffenspruchsammlung der Stadt Pößneck
Bl. 364-386 = leer
Blattgröße 330 x 225 Blätter
Spaltenzahl 1
Besonderheiten Schreiber: Johann Jeche aus Neustadt/Orla
Entstehungszeit 1474 (Bl. 8)
Schreibsprache md.
Abbildung Grosch S. XXIII [= graph. Darstellung des Arbor consanguinitatis; Nachzeichnung], nach S. 16 (Tafel I) [= Bl. 26r], nach S. 24 (Tafel II) [= Bl. 33r], nach S. 152 (Tafel III) [= Bl. 170r], nach S. 264 (Tafel IV) [= Bl. 296v]
Literatur
(Hinweis)
  • Guido Kisch, Zur sächsischen Rechtsliteratur der Rezeptionszeit. I. Dietrich von Bocksdorfs 'Informationes' (Beiträge zur Geschichte der Rezeption 1), Leipzig 1923 [wieder in: Guido Kisch, Forschungen zur Rechts- und Sozialgeschichte des Mittelalters (Guido Kisch, Ausgewählte Schriften 3), Sigmaringen 1980, S. 154-178], hier S. 27 [S. 174], Anm. 1.
  • Guido Kisch, The Jews in Medieval Germany. A Study of Their Legal and Social Status, Chicago 1949, S. 397, Nr. 103 (2).
  • Guido Kisch, Über Reimvorreden deutscher Rechtsbücher, in: Niederdeutsche Mitteilungen 6 (1950), S. 61-83, hier S. 70-72.
  • Reinhold Grosch (Bearb.), Die Schöffenspruchsammlung der Stadt Pößneck, Teil I: Der Text der Sammlung (Thüringische Archivstudien 7), Weimar 1957, S. XI-XIV (zur Hs.).
  • Willy Flach, Die Schöffenspruchsammlung der Stadt Pößneck, Teil II: Studien über die Entstehung und die landesgeschichtliche Bedeutung der Sammlung  (Thüringische Archivstudien 8), Weimar 1958.
  • Gerhard Buchda, Die Schöffenspruchsammlung der Stadt Pößneck, Teil III: Die Bedeutung der Sammlung für die allgemeine Rechtsgeschichte. Ordnung der Sprüche nach Rechtssachen (Thüringische Archivstudien 9), Weimar 1962.
  • Gerhard Buchda, Die Schöffenspruchsammlung der Stadt Pößneck, Teil IV: Wort- und Sachregister. Zugleich ein Beitrag zur Erfassung des frühneuhochdeutschen Wortschatzes und Sprachgebrauches (Thüringische Archivstudien 10), Weimar 1971.
  • Ulrich-Dieter Oppitz, Deutsche Rechtsbücher des Mittelalters, Bd. II: Beschreibung der Handschriften, Köln/Wien 1990, S. 626 (Nr. 877) und S. 739 (Nr. 1214).
  • Marek Wejwoda, Sächsische Rechtspraxis und gelehrte Jurisprudenz. Studien zu den rechtspraktischen Texten und zum Werk des Leipziger Juristen Dietrich von Bocksdorf (ca. 1410-1466) (MGH. Studien und Texte 54), Hannover 2012, S. 283f. (Sigle Le10) und S. 284 (Sigle Pö) [bei beiden Einträgen irrtümlich als verschollen bezeichnet].
  • Ulrich-Dieter Oppitz, Ergänzungen zu "Deutsche Rechtsbücher des Mittelalters und ihre Handschriften", in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Germ. Abt. 132 (2015), S. 463-478, hier S. 468f. (Nr. 877) und S. 472 (Nr. 1214).
Archivbeschreibung ---
Ergänzender Hinweis Die Handschrift wurde bereits 1875 in Pößneck von Prof. Karl Schulz (1844-1929), der von 1879-1917 Direktor der Reichsgerichtsbibliothek in Leipzig war, entdeckt und zur Vorbereitung einer Edition nach Leipzig entliehen. 1915 gab Schulz angesichts seines fortgeschrittenen Alters seine Pläne zu einer Herausgabe der Handschrift auf; diese verblieb aber weiterhin in Leipzig, da sich Guido Kisch der Herausgabe der Handschrift annahm. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 hatte jedoch Kisch, da er Jude war, keinen Zugang mehr zur Handschrift. Sie wurde 1934 nach Pößneck zurückgegeben, konnte dort aber 1945 zunächst nicht gefunden werden. Später berichtet Gerhard Buchta, dass er im Oktober 1961 die Handschrift im Stadtarchiv Pößneck wohlverwahrt und in bester Beschaffenheit vorgefunden habe.
  Mitteilungen von Sabine Mohr, Sine Nomine, Ulrich-Dieter Oppitz, Kathleen Zeidler
August 2015