Aufbewahrungsort Riga, Bibl. der livländischen Ritterschaft, ohne Sign. [verschollen]
Codex noch II + 86 + I Blätter
Beschreibstoff Pergament
Inhalt 'Livländische Reimchronik' (R) (mit lat.-dt. Nachträgen und Randbemerkungen aus dem 15.-17. Jh.)
Blattgröße 270 x 210-215 mm
Schriftraum ca. 205 x 170 mm
Spaltenzahl 2
Zeilenzahl 32
Versgestaltung Verse abgesetzt
Besonderheiten am Schluß des Textes auf Bl. 84vb Eintrag von jüngerer Hand, die sich offenbar bemüht hat, die Schrift der Hs. nachzuahmen: Geschriben in der Kümentur zu rewel durch den Ditlep von Alnpeke im m'cclxxxxvj iar
Entstehungszeit Mitte 14. Jh. (Berkholz S. 57)
Schreibsprache md.
Abbildung
  • Berkholz nach S. 2 und 3 [= Bl. 84v]
  • Livländische Reimchronik S. 20 [= Bl. 84v]
Literatur
  • Liborius Bergmann (Hg.), Fragment einer Urkunde der ältesten Livländischen Geschichte in Versen, Riga 1817 (mit Abdruck). [online]
  • Franz Pfeiffer (Hg.), Livländische Reimchronik (Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart 7b), Stuttgart 1844, S. IIIf. [online]
  • August Buchholtz, Verzeichniss der Bibliothek der livländischen Ritterschaft, Leipzig 1872, S. 1 (Nr. 2 u. 3), 21 (Nr. 2). [online]
  • Leo Meyer, Ueber die livländische Reimchronik (Ueberlieferung und Ausgaben), in: Baltische Monatsschrift 21 (1872), S. 353-381, hier S. 357-365. [online]
  • Leo Meyer, Zur Livländischen Reimchronik, in: Zeitschrift für deutsche Philologie 4 (1873), S. 407-444, hier S. 407-417. [online]
  • Leo Meyer (Hg.), Livländische Reimchronik. Mit Anmerkungen, Namenverzeichniss und Glossar, Paderborn 1876 (Nachdruck Hildesheim 1963), S. 275f. [online]
  • G. Berkholz, Der Bergmannsche Codex der livländischen Reimchronik, in: Mittheilungen aus dem Gebiete der Geschichte Liv-, Ehst- und Kurland's 12 (1880), S. 33-71. [Sonderdruck online]
  • Richard Linder, Zur älteren livländischen Reimchronik, Diss. Leipzig 1891, S. 3-10. [online]
  • Paul Ecke, Die livländische Reimchronik, Diss. Greifswald 1910, S. 3-5.
  • Udo Arnold, 'Livländische Reimchronik', in: 2VL 5 (1985), Sp. 855-862, hier Sp. 855f.
  • Livländische Reimchronik / Atskaņu Hronika. Übersetzung aus dem Mittelhochdeutschen [ins Lettische]: Valdis Bisenieks, Vorwort: Ēvalds Mugurēvičs, Kommentar: Ēvalds Mugurēvičs, Kaspars Kļaviņš, Riga 1998, S. 20f., 385.
  • Volker Honemann, Zu Selbstverständnis und Identitätsvorstellungen in der livländischen Geschichtsschreibung des Mittelalters, in: Geschichtsschreibung im mittelalterlichen Livland, hg. von Matthias Thumser (Schriften der Baltischen Historischen Kommission 18), Berlin 2011, S. 255-295, hier S. 255, 260-271.
  • Jürgen Wolf, Ein deutsches Mittelalter in Lettland. Kulturraumprojektionen zwischen Mittelalter und Gegenwart, in: Deutsch-Baltischer Kulturtransfer. Beiträge einer Tagung zur Perspektivierung der nordosteuropäischen Literatur- und Kulturbeziehungen vom 3.-4. September 2012 in Daugavpils. Hg. von Dirk Baldes und Inta Vingre, Daugavpils 2013, S. 73-85, hier S. 76 u. 81f.
Archivbeschreibung ---
Ergänzender Hinweis Die Hs. ist nach Auskunft von Živilė Vagonytė (Münster) und Jürgen Wolf (Marburg) im Findbuch des Lettischen Historischen Staatsarchivs als "ausgeschieden" verzeichnet und konnte dort auch nicht aufgefunden werden. Sie bleibt also verschollen (09/2014).

Eine vollständige Abschrift der Hs. von Reinhold Johann Ludwig v. Samson (Riga 1803) befindet sich in Dorpat / Tartu, Universitätsbibl., Mscr. 517 und Schriftproben aus dem Jahr 1799 von Brotze in Riga, Akademische Bibl. der Universität Lettlands, Fonds Brotze, R4978, S. 1. Eine weitere vollständige, nach dem Original eingerichtete seitengenaue Abschrift von 1822 "aus der Bibl. Gustav Bergmanns" befindet sich in Riga, Staatsarchiv, Fonds 4038 Verz 2 Nr 97 (jeweils Autopsie Jürgen Wolf).
  Mitteilungen von Gisela Kornrumpf
Manuel Bauer / Joachim Heinzle / Jürgen Wolf, September 2014