Aufbewahrungsort München, Staatsbibl., Clm 3851
Codex 74 Blätter
Beschreibstoff Pergament
Blattgröße 237 x 208 mm (unregelmäßig)
Datierung der Hs. spätes 9. Jh. (Masser, Sp. 519)
Hände A und B letztes Viertel 9. Jh. (Gebet von Hand A) (Hoffmann, S. 155)
Überlieferungstyp an der Spitze (wohl nachträglich) einer Hs. mit Canones und Bußordnungen
Deutsche(r) Text(e)
Inhalt Bl. 1r = 'Augsburger Gebet' (auch: 'Rheinfränkisches Gebet')
Schrifttyp karolingische Minuskel
Schriftraum 170 x 145 mm
Spaltenzahl 1
Zeilenzahl 24
Textgestaltung Z. 1-2 lat. Fassung 'Deus cui proprium ...', 3-5 ahd. Fassung 'Got thir eigenhaf ist...', beides von Schreiber A. Lat. und ahd. Teil durch Initialen in Capitalis quadrata abgesetzt. Worttrennung noch unvollkommen, Punkt als Satztrennung.
Z. 6-22 von Schreiber B, ab Z. 22 wieder Schreiber A mit einem auf Bl. 1v mitten im Satz abbrechenden Brief des Hieronymus.
Versgestaltung ahd. in 4 Otfridschen Reimpaaren, nur durch Punkte abgesetzt
Schreibsprache rheinfrk. (Masser Sp. 519)
Lothringen (Haubrichs, Volkssprache, 1995, S. 225)
Schreibort ostfrz. oder lothringisches Gebiet (Bischoff, S. 117)
in Lothringen bei Metz (Haubrichs, Volkssprache, 1995, S. 225)
Abbildung
  • Farb-Abb. des Codex
  • Petzet/Glauning, Tafel X [= Bl. 1r].
  • Pörnbacher, S. XVI [= Bl. 1r].
  • Haubrichs, Volkssprache, 1995, S. 226 [= Bl. 1r].
Literatur
  • Karl Müllenhoff und Wilhelm Scherer (Hg.), Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem VIII.-XII. Jahrhundert, Bd. 1: Texte, Bd. 2: Anmerkungen, 3. Ausgabe von Elias von Steinmeyer, Berlin 1892 (Nachdruck Berlin/Zürich 1964), Nr. XIV, Bd. I: S. 34, Bd. II: S. 88f. (mit Abdruck). [Bd. 1 online] [Bd. 2 online]
  • Karl Halm u.a., Catalogus codicum latinorum Bibliothecae Regiae Monacensis, Bd. I,2: Codices num. 2501-5250 complectens, Editio altera emendatior (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Regiae Monacensis III,2), München 1894, S. 145. [online]
  • Erich Petzet und Otto Glauning (Hg.), Deutsche Schrifttafeln des IX. bis XVI. Jahrhunderts aus Handschriften der K. Hof- und Staatsbibliothek in München, I. Abteilung: Althochdeutsche Schriftdenkmäler des IX. bis XI. Jahrhunderts, München 1910, Tafel X. [online]
  • Elias von Steinmeyer (Hg.), Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler, Berlin 1916 (Nachdruck Dublin/Zürich 1971), Nr. 18, S. 92f. (mit Abdruck). [online]
  • Bernhard Bischoff, Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der Karolingerzeit, in: Frühmittelalterliche Studien 5 (1971), S. 101-134 [wieder in: ders., Mittelalterliche Studien. Ausgewählte Aufsätze zur Schriftkunde und Literaturgeschichte, Bd. III, Stuttgart 1981, S. 73-111], S. 117.
  • Achim Masser, 'Augsburger Gebet', in: 2VL 1 (1978), Sp. 519.
  • Hans Pörnbacher, Literatur in Bayerisch Schwaben. Von der althochdeutschen Zeit bis zur Gegenwart (Beiträge zur Landeskunde von Schwaben 6), Weißenhorn 1979, S. XVI und S. 3.
  • Wolfgang Haubrichs, Volkssprache und volkssprachige Literaturen im lotharingischen Zwischenreich (9.-11. Jh.), in: Lotharingia. Eine europäische Kernlandschaft um das Jahr 1000 (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 26), Saarbrücken 1995, S. 181-244, hier S. 225f.
  • Wolfgang Haubrichs, Von den Anfängen zum hohen Mittelalter, Teil 1: Die Anfänge: Versuche volkssprachiger Schriftlichkeit im frühen Mittelalter (ca. 700-1050/60) (Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit I/1), 2., durchgesehene Auflage, Tübingen 1995, S. 246.
  • Hartmut Hoffmann, Schreibschulen des 10. und des 11. Jahrhunderts im Südwesten des Deutschen Reichs. Mit einem Beitrag von Elmar Hochholzer, Bd. I (Schriften der MGH 53), Hannover 2004, S. 155.
  • Rolf Bergmann (Hg.), Althochdeutsche und altsächsische Literatur, Berlin/Boston 2013, hier S. 28f. ('Augsburger Gebet', Achim Masser).
  Elke Krotz (Wien), März 2016

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