Aufbewahrungsort Kiel, Stadtarchiv, 79413
[früher ohne Sign.; davor K 1]
Vollst. Farbabb. im Stadtarchiv Lübeck, Fotoband Nr. 13; der Band ist nach der Kriegsauslagerung in Putlitz (seit Anfang 1942) im Jahr 1946 als 'Kriegsbeute' in die Sowjetunion gelangt. Im Hinterdeckel findet sich dazu die Inventarnummer 87/1946. Im Zuge der Rückgabe von Kulturgütern 1998-2001 kam der Band aus Armenien zurück nach Kiel.
Codex noch 74 von urspr. 96 Blättern (u.a. wurden zwischen Bl. 59 und 81 insgesamt 21 leere Blätter herausgetrennt; in der Zeit zw. 1946/1998)
Beschreibstoff Pergament
Inhalt 'Lübisches Recht' (Ki; "Lübecker Kanzleicodex") mit:
Register (Bl. 80va-85vb) sowie Nachträgen, Überarbeitungen und Ergänzungen des 14.-15. Jh.s
Blattgröße 255 x 180 mm
Schriftraum 135 x 105 mm
Spaltenzahl 2
Zeilenzahl 22
Besonderheiten 3-farbige reich verzierte Initialen, oft mit Vogel- und Hasenmotiven (typisch für diesen Schreiber der Ratskanzlei)
Entstehungszeit um 1282, weitergeführt und ergänzt bis ca. 1350 (Korlén [1951] S. 18-20)
Schreibsprache (nord)nd.
Schreibort Lübecker Kanzlei
Abbildung Korlén (1951) Abb. 3 [= Bl. 1v], Abb. 4 [= Bl. 36r], Abb. 8 [= Bl. 80v].
Rothert S. 39 (Farbabb. von Bl. 1r u. 10r).
Literatur
  • Johann Friedrich Hach (Hg.), Das alte lübische Recht, Lübeck 1839 (Neudruck Aalen 1969), S. 48-56. [Ausg. 1839 online]
  • Gustav Korlén, Die mittelniederdeutschen Texte des 13. Jahrhunderts. Beiträge zur Quellenkunde und Grammatik des Frühmittelniederdeutschen (Lunder Germanistische Forschungen 19), Lund/Kopenhagen 1945, S. 135f.
  • Gustav Korlén, Norddeutsche Stadtrechte, Bd. II: Das mittelniederdeutsche Stadtrecht von Lübeck nach seinen ältesten Formen (Lunder Germanistische Forschungen 23), Lund/Kopenhagen 1951, S. 17-21, 158, Abb. 3, 4, 8.
  • Wilhelm Ebel, Lübisches Recht, Bd. I, Lübeck 1971, S. 203f. [online]
  • Karin Schneider, Gotische Schriften in deutscher Sprache, I. Vom späten 12. Jahrhundert bis um 1300, Text- und Tafelband, Wiesbaden 1987, Textbd. S. 266f.
  • Hans-F. Rothert, Der Kieler Kodex des Lübischen Rechts. Verschlungene Pfade und Rückkehr, in: '... wird die fernste Zukunft danken'. Kiels Geschichte und Kultur bewahren und gestalten. FS Jürgen Jensen, hg. von Renate Paczkowski, Hans-F. Rothert und Brigitte Schubert-Riese, Neumünster 2004, S. 35-43.
  • Jürgen Wolf, Buch und Text. Literatur- und kulturhistorische Untersuchungen zur volkssprachigen Schriftlichkeit im 12. und 13. Jahrhundert (Hermaea N.F. 115), Tübingen 2008, S. 334.
  • Frank L. Schäfer, Codices Iuris Lubecensis: A Comparison of Mediaeval Manuscripts, in: Recht und Wirtschaft in Stadt und Land / Law and Economics in Urban and Rural Environment. Neunter Rechtshistorikertag im Ostseeraum 16.-20. Mai 2018 in Talinn, Sagadi und Tartu, Estland / 9th Conference in Legal History in the Baltic Sea Area 16-20 May 2018 in Tallinn, Sagadi and Tartu, Estonia, hg. von Marju Luts-Sootak und Frank L. Schäfer (Rechtshistorische Reihe 488), Berlin 2020, S. 339-370, hier S. 349, 355.
Archivbeschreibung ---
Ergänzender Hinweis Die Handschrift  wurde nach Auskunft von Johannes Rosenplänter (Stadtarchiv Kiel) vom 11.12.2008 aus der ehem. Sowjetunion (hier: Armenien) zurückgegeben und befindet sich seit 2003 wieder an ihrem Standort. Schreiberidentität der Haupthand mit Kolberg, Ratsarchiv [verschollen] wird von Schäfer angezweifelt, Schreiberidentität der ersten Hand stattdessen mit Reval / Tallinn, Stadtarchiv /Tallinna Linnaarhiiv, Bestand 230 Cm 6 (Schäfer S. 355).
  Jürgen Wolf, Februar 2020